Besuch aus Kamerun – Austausch über Bildung und Zukunftsperspektiven

13.03.2026
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Ein Bericht von Sabrina Moor, Jacqueline Sygulla, Michelle Stockert aus der Klasse FO24B4

Unsere Schule begrüßte Léon Yanda, Direktor von CODAS Caritas Douala in Kamerun. CODAS Caritas steht für Comité Diocésain des Activités Sociales Caritas, einem Sozial- und Entwicklungsdienst der katholischen Erzdiözese von Douala. Der Kontakt kam über Andrea Tüllinghoff vom Bistum Osnabrück zustande und erfolgte im Rahmen der Misereor-Fastenaktion 2026 „Hier fängt Zukunft an“.

Im Religionsunterricht von Frau Dr. Mareike Klekamp hatten sich die Klassen FO24B4 und FO24C4 zuvor mit Fragen zur Zukunft in globaler und persönlicher Hinsicht auseinandergesetzt. Schulleiter Jochen Pabst richtete herzliche Willkommensworte an die Anwesenden. Sämtliche Beiträge wurden für den Gast ins Französische übersetzt und ermöglichten so einen direkten und persönlichen Austausch,

Im anschließenden Vortrag gewährte Léon Yanda differenzierte Einblicke in seine Arbeit und in die Lebensrealität junger Menschen in Kamerun. Zunächst wurde das Land geografisch eingeordnet: Kamerun liegt im Zentrum Afrikas und zählt rund 28 Millionen Einwohner. Amtssprachen sind Französisch und Englisch. Etwa 70 % der Bevölkerung gehören dem Christentum an, rund 24 % dem Islam. Politische Hauptstadt ist Yaoundé, während Douala als größte Stadt das wirtschaftliche Zentrum bildet.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der kolonialen Vergangenheit des Landes und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart. Vor allem im Bildungssystem sind die historischen Wurzeln noch spürbar. Die schulische Laufbahn gliedert sich in sechs Jahre Grundschule, vier Jahre weiterführende Schule sowie drei Jahre Sekundarstufe bis zum Abitur. Zwar bestehen darüber hinaus weitere Abschlussmöglichkeiten, doch viele Jugendliche können diesen Weg aus finanziellen Gründen nicht gehen. Eine Ausbildung muss bezahlt werden und es gibt keine Ausbildungsplätze. Die Duale Ausbildung, ein deutsches Erfolgsmodell, gibt es nicht in Kamerun.

Ohne praktische Erfahrungen, die für den späteren Berufsweg entscheidend wären, haben die jungen Menschen keine Perspektiven auf ein gesichertes Einkommen. Sie müssen beispielsweise durch Straßenverkäufe oder Kurierdienste Geld verdienen, und manche werden kriminell.

Hier setzt die Arbeit von CODAS an: Die Organisation unterstützt junge Menschen bei der Berufsorientierung und begleitet sie auf dem Weg in eine praxisnahe Ausbildung. Ziel ist es, Theorie und praktische Anwendung stärker miteinander zu verbinden und nachhaltige Perspektiven zu schaffen.

Besonders eindrucksvoll waren die geschilderten Lebenswege einzelner Jugendlicher. Eine junge Frau absolvierte eine Ausbildung zur Friseurin und bildet inzwischen selbst aus. Ein junger Mann entwickelte sich nach seiner Kochausbildung zum Chefkoch eines renommierten Restaurants. Ein weiterer Jugendlicher verfolgt den Traum, Robotik zu studieren. Diese Beispiele verdeutlichen, welches Potenzial vorhanden ist, wenn Engagement auf Unterstützung trifft.

Der Vortrag bot nicht nur sachliche Informationen über Bildungsstrukturen und gesellschaftliche Herausforderungen, sondern machte zugleich deutlich, wie eng globale Entwicklungen miteinander verknüpft sind. Bildung entscheidet nicht nur über individuelle Lebenswege, sondern prägt auch die Zukunft ganzer Gesellschaften. Der Einblick in die Situation junger Menschen in Kamerun hat vor Augen geführt, wie wertvoll praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten sind – und wie unterschiedlich die Voraussetzungen weltweit sein können.

Gerade dieser Perspektivwechsel macht Begegnungen wie diese so bedeutsam: Sie erweitern den eigenen Blick und regen dazu an, Verantwortung nicht nur lokal, sondern auch global zu denken.

Wir danken Léon Yanda herzlich für seinen Besuch und die offenen Einblicke in seine Arbeit. Ebenso gilt unser Dank Andrea Tüllinghoff von Misereor sowie Schulleiter Jochen Pabst für die Mitgestaltung dieser bereichernden Veranstaltung.

Bilder: Impressionen