Vorurteile abbauen – Gemeinsamkeiten entdecken

Religionskurse besuchen den Dom und die Ibrahim – Al- Khalil Moschee

Wo ist überhaupt die Moschee? In einem Wohnhaus zwischen den Häuser­zeilen entdeckten wir nicht weit vom Bahnhof die Moschee, die wir besuchen wollten. Schuhe ausziehen, damit die Muslime einen sauberen und dann auch reinen Boden zum Beten haben, und schon begann die Führung. Wir nahmen mit den Religions­kursen des Jahrgangs 11 des Beruflichen Gymnasiums an zwei verschiedenen Terminen (je nach Klasse) an einer inter­religiösen Führung teil. Im Zuge dieser Führung wurde zunächst die Ibrahim Al-Khalil Moschee (d. h. Abraham, der uns zusammen­führt) und anschließend der Osna­brücker Dom St. Peter besichtigt. Das Ziel dieses Ausfluges war es, die Gemein­samkeiten und Unter­schiede zwischen Islam und Christentum zu entdecken.

Wir waren zunächst über das Er­scheinungs­bild der Moschee überrascht, weil sie von außen nicht als solche zu iden­tifizieren war, da das Gottes­haus in einem normalen Wohnhaus integriert ist. Es fehlen also die klassischen Merkmale einer Moschee, wie z. B. ihre Kuppel und die Minarette. Im Innen­raum wurde jedoch deutlich, dass wir eine Moschee betraten, weil der Boden mit Teppich ausgelegt war, sodass die Schuhe ausgezogen werden mussten. Außerdem war die Gebets­nische an der Wand in Richtung Mekka als typisches Merkmal vorzufinden. Des Weiteren stand dort auch eine Kanzel, die später auch im Dom erkennbar war.

Der Dom war dagegen äußerlich mit seinen großen Kirch­türmen leicht auffindbar. In der Kirche waren, neben dem großen Kreuz, Heilige als Figuren dargestellt, was einen Gegensatz zu dem schlichten Innen­raum der Moschee darstellt. Im weiteren Verlauf der Führung wurden uns noch das Taufbecken, der Beicht­stuhl und das unter dem Dom gelegene Bischofs­grab gezeigt.

Durch diese inter­religiöse Führung wurden uns die fünf Säulen des Islam nahe­gebracht: Glaubens­be­kenntnis, Beten, „Armen­steuer“, Ramadan und die Pilger­fahrt nach Mekka. Jedoch war es interes­sant zu erfahren, dass es hierbei Ausnahmen geben kann, wenn eine Person dazu körperlich oder aus anderen Gründen nicht in der Lage ist. Wir diskutierten auch über den poli­tischen Einfluss der Türkei, über die Haltung zur Terror­miliz Isla­mischen Staat und das Frauenbild. Besonders beeindruckt hat uns auch, dass direkt nach unserem Besuch das Mittags­gebet am Freitag stattfand, zu dem jeden Freitag mehr als 500 Menschen erwartet werden.

Nils, Henning, Felix und Tim (FG11C6)

Impressionen