Prüfungskurs Chemie im Chemiepark in Marl

Chemiepark Marl

Chemiepark Marl

Chemiepark Marl

Im Rahmen einer Tages­exkursion besuchten die Schülerinnen und Schüler des Prüfungs­kurses Chemie (ch13CIES-P) den Chemie­park in Marl. Auf einer Fläche von 6,5 Quadrat­kilometern (etwas kleiner als die Insel Wange­rooge) beher­bergt der Chemie­park 30 Unternehmen mit mehr als 100 Produktions­betrieben, in denen etwa 4000 chemische Produkte herge­stellt werden und 10000 Beschäftigte arbeiten. Die Größen­ordnung dieses Chemie­parks verdeutlicht die große volks­wirt­schaft­liche Bedeutung der chemischen Industrie, die nach Maschinen­bau und Auto­mobil­industrie den dritt­größten Industrie­zweig Deutsch­lands darstellt. Hervor­ge­gangen ist der Industrie­park aus der in den 30er Jahren des letzten Jahr­hunderts gegründeten Firma Chemische Werke Marl-Hüls, die man im Volks­mund zum Unter­schied zu den vielen Kohlen­zechen der Nachbar­schaft „Gummizeche“ nannte.

Im Chemie­park lag der Fokus auf dem mit 16,1 Millionen Tonnen im Jahr 2016 in Deutsch­land am häufigsten einge­setzten Werk­stoff, dem Poly­vinyl­chlorid (PVC). PVC zeichnet sich durch Lang­lebig­keit aus und eignet sich besonders zur Her­stel­lung von Produkten für den Bau- und Kfz-Sektor. Das be­deutendste An­wendungs­gebiet für PVC sind Rohre, Rohr­leitungen und Profile, die zu Fenster­rahmen und Türen verarbeitet werden, sowie Bodenbeläge.

Mit dem Werksbus und begleitet von einem ehemaligen Mitarbeiter der „Gummizeche“ fuhr die Gruppe auf dem riesigen Gelände zur Firma VESTOLIT, einem PVC-Markt­führer. Während der Werks­be­sichti­gung wurde die Produktion von Chlor­gas aus Kochsalz über die Chloralkaki-Elektro­lyse im Membran­verfahren genau unter die Lupe genommen. Hier konnte das im Unter­richt erworbene Wissen eindrucksvoll vertieft werden, in dem ein vor kurzem noch selbst durchgeführtes Schülerexperiment jetzt im industriellen Großmaßstab ablief. Leider war im Produktions­be­trieb das Foto­grafieren verboten.

Nach einer ausgiebigen Rund­fahrt durch den Chemie­park endete der Besuch in der Werks­kantine. Hier wurde die Gruppe zu einem kosten­losen Mittag­essen eingeladen. Das überaus vielfältige kuli­narische Angebot ließ keine Wünsche offen!