Die Tänzerin von Auschwitz

Ausstellung: Die Tänzerin von Auschwitz
Ausstellung: Die Tänzerin von Auschwitz
Ausstellung: Die Tänzerin von Auschwitz
Ausstellung: Die Tänzerin von Auschwitz
Ausstellung: Die Tänzerin von Auschwitz

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Der Besuch unserer Klasse FO18C4 im Rahmen des Religions­unterrichts mit Frau Dr. Klekamp in der St. Katharinenkirche wurde durch die Begleitung von Pastor Otto Weymann sehr angenehm gestaltet. Pastor Weymann führte uns in das Buch von Paul Glaser „Die Tänzerin von Auschwitz“ (2015) ein und begeisterte uns für die spannende Biographie von Roosje Glaser, einer 1914 geborenen jüdischen Tänzerin. Die Ausstellung zu Roosje Glasers Leben war in Osnabrück erstmalig in Deutschland zu sehen. Wir konnten Fotos und Filme ebenso wie persönliche Gegenstände aus dem Leben Roosje Glasers sehen.

Dass die Ausstellung überhaupt möglich ist, ist dem Niederländer Paul Glaser zu verdanken, der in den 1980er Jahren das Geheimnis seiner Familie herausfand. Sein Vater und dessen 1914 geborene Schwester, Roosje Glaser, sind jüdische Überlebende des Holocaust. Paul selbst ist katholisch getauft und erzogen worden. Sein Vater kann nicht über das Erlebte sprechen und rät ihm ebenfalls zu schweigen, um Nachteilen aus dem Weg zu gehen.

Doch Paul bekommt die Adresse seiner Tante Roosje heraus und sucht diese, von Neugier getrieben, in Stockholm auf. Er erfährt ihre ganze Lebensgeschichte. 2002 entdeckt er bei einem Besuch in Auschwitz, dem größten Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten, einen Koffer mit der Aufschrift „Glaser Holland“. Daraufhin beschließt er, das Familiengeheimnis öffentlich zu machen.

Er verfasst das Buch „Die Tänzerin von Auschwitz - Die Geschichte einer unbeugsamen Frau“. Roosje Glaser hat nur durch ihren starken Willen und ihre Tanzbegabung die Gefangenschaft überlebt. Sie wurde mehrfach in ihrem Leben verraten, u. a. von ihrem Ex-Ehemann Leo, der ebenso Tanzlehrer war. Wegen Eheproblemen ließ sich der mit den Nazis sympathisierende Leo scheiden. Später dann denunzierte er Roosje bei den Behörden, weil sie im Geheimen eine zunehmend beliebter werdende Tanzschule auf dem Dachboden ihres Elternhauses führte. Damals war es Juden untersagt, Kultureinrichtungen zu betreiben. Das war auch Leos Bruder Marinus ein Dorn im Auge, der den Bürgermeister der Stadt schriftlich bat, „das Problem mit Stumpf und Stiel auszurotten“.

Schließlich wurde Roosje nach Auschwitz deportiert und geriet mehrfach in Todesgefahr. Es gelang jedoch nicht, Roosje gänzlich zu unterdrücken. Sie tanzte weiter, gab Tanzunterricht, führte Sketche auf und schrieb Gedichte. Nach dem Krieg wurde Leo des Verrats für schuldig befunden und für neun Monate inhaftiert. Die Tanzschule existiert noch heute.

Der Besuch der Ausstellung hat uns gezeigt, wie viel Mut und Stärke Roosje Glaser bewiesen hat, um in der damaligen Zeit einen solchen Widerstand zu leisten. Diese Frau hat uns mit ihrer Charakterstärke und ihrem Optimismus imponiert.

Es war beeindruckend, einen Teil deutscher Geschichte an diesem persönlichen Schicksal zu erleben.

Von: Josefina Charlotte Pick, FO18C4

 

Weitere Infos: Die Tänzerin von Auschwitz - Ausstellung